RSS

2015 150 Jahre Erstbesteigung Matterhorn   1

Die Geschichte des Rotsee-Husaren-Wagenbaus 17.08.2015

Es begann im Jahre 1979, als die Rotsee-Husaren den ersten grossen Wagen zum Sujet „Tiger“ bauten. Die Flugzeugteile wurden damals direkt aus den USA eingeflogen und dann in Emmen zusammengesetzt. Die Husaren bauten das heute noch bekannte Transportflugzeug „Galaxy“ exakt nach und brach-ten die Umzugsbesucher in Luzern, Ebikon und Murten zum Staunen.

11 Jahre später, zum 30-jährigen Vereinsjubiläum, entstand in der Garage Josef Kaufmann zum Sujet "Neptun vom Rotsee" ein grosses Floss mit einem ungeheuerlichen Stoffsegel auf einen Auto aufgesetzt. Ein heftiger Sturm zerfetzte das grosse Segel während dem Umzug in Ebikon.

Ab 1992 beabsichtigten die Husaren jedes Jahr einen Sujet-gerechten Wagen zu bauen. Das war die Geburtsstunde der Wagenbaugruppe mit 3-4 aktiven Guugger-Mitgliedern und dem Ehrenmitglied Kari Herrmann, welcher notabene immer noch mit Leib und Seele dabei ist. Heute besteht die Wagenbaugrup-pe aus 18 Personen: Darin vertreten sind ehemalige Gründungsmitglieder, Vereins-Präsidenten, ein musikalischer Leiter, ein Kassier, aktive Mitglieder sowie ein Ehrenritter und Ehrenmitglieder des Vereins. Auf folgende Wagenbauer konnten die Rotsee-Husaren während Jahren auch zählen: Ernst Niederberger, Peter Niederberger, Rast Stefan, Urs (Mösi) Moser, Josef (Sebi) Wicki, August (Gusti) Schamberger, Fredy Trachsel, Aldo Petrotto, Andy Helfenstein, Pat-rik (Päddy) Niederberger, Gabriel (Gäbu) Schläpfer und Urs (Bär) Gut. Leider sind 3 Mitglieder bereits verstorben, Josef Vogel, Felix Hardegger und Franz Renggli.

In den letzten 25 Jahren mussten insgesamt 9 Bastelstandorte gesucht werden. Im ersten Jahr diente die Garage von Josef Kaufmann in Ebikon, dann folg-ten Küng in Neuenkirch, Studer Traktore in Ebikon, Waser in Rothenburg, ein Malergeschäft in Emmenbrücke, die Einstellhalle Migros in Dierikon, die Scheune von Robert Portmann in Ebikon und schliesslich das Do-it in Ebikon. Mit Ausnahme der Einstellhalle der Migros in Dierikon konnten die Wagen-bauer von warmen Bastelorten nur träumen. Schade, dass in dieser Einstellhalle nur auf 2 Metern Höhe gebaut werden konnte. Das war im Jahr 1998 beim Sujet mit dem Goldesel. Die obere Hälfte des Eselkörpers und des Kopfes wurde separat gebaut und dann vor dem Umzug aufgesetzt.

In den ersten 4 Jahren dienten alte Autos als Unterbau und Fahrzeug zugleich. Im Jahre 1995 wurde ein alter preiswerter 2 Rad-Schilter aus dem Tessin gekauft. 4 Jahre später wurde dieser ersetzt durch einen 4 Rad-Schilter. 2001 wurden die Wagenbauer dank Simon Bucher stolze Besitzer eines kleinen Traktors mit einem Anhänger. Nach 11 Jahren wurde der Traktor aus Sicherheitsgründen durch einen stärkeren ersetzt. Traktor und Anhänger erreichen heute eine Gesamtlänge von ca. 13 m und eine Breite von 2.80 m. Die maximale Bauhöhe von 4 Metern muss eingehalten werden aufgrund der Fahrleitun-gen und Signaltafeln in der Stadt Luzern.

Glücklicherweise blieben bis heute grosse Pannen an den Fahrzeugen aus, das spricht für die seriösen Vorbereitungen der Wagenbauer und die langjährigen guten Fahrern wie Karl Herrmann (10 Jahre), Simon Bucher (10 Jahre) und aktuell Josef Willimann. 2 Mal hatten wir einen Plattfuss, den wir jeweils kurz vor den Umzügen mit einem Radwechsel beheben konnten.

1992 wurde der Wagen, das Schiff „Santa Maria“ vom Sujet „Columbus“ nach Murten transportiert. An der Monstersitzung am Sonntagabend gab es eine Schlüsselübergabe und das Auto mit dem darauf gebauten Schiff war entsorgt. Fast ein Jahr lang stand sie an der Strasse vor dem Städtchen Murten.

Auch die Postkutsche im Jahre 2007 fand einen Käufer. Ein grosser Fan und Super-Hugo, Barbara und Jakob Vögtlin aus dem Baselland transportierte sie nach Pratteln und stellte sie einige Jahre in seinem Garten auf, bis sie von der Witterung zerfiel.

Der Wagenbau – wie er heute funktioniert

Die Wagenbaugruppe ist heute sehr gut organisiert. Der Wagenbauchef Paul Gürber trägt neu die Verantwortung für die organisatorischen und finanziellen Belange. Das heisst: Basteltermine festlegen, Einladungen verschiedene Gruppen wie Luzerner Fasnachtskomitee (LFK), Rotsee-Zunft Ebikon, Vorstand Rotsee-Husaren koordinieren, organisieren von Materialbestellungen, Nummernschildern für den Wagen am Umzug, Anmeldung Umzugsteilnahme Luzern und Ebikon, usw. Auch das Führen der Wagenbaukasse gehört zu seinen Aufgaben. Auf einen grossen Material-Sponsoren dürfen die Wagenbauer seit vielen Jahren zählen: Priska und Turi Burkart aus Neuenkirch. Ihnen beiden wie auch allen, die uns unterstützen, danken wir an dieser Stelle ganz herzlich!

Die Kreation und das Design der Wagen liegt seit Beginn des Husaren-Wagenbaus in der Verantwortung unseres Ehrenritters, Ehren- und Aktivmitglieds Peter Mahler. Um genau zu sein: es waren die ersten 8 Jahre, dann übernahmen Oski Häfelie und Urs Gut das Zepter und seit 10 Jahren liegt die Federfüh-rung wiederum bei Peter Mahler. Die Sujetgruppe der Rotsee-Husaren bestimmt jedes Jahr das Sujet. Die Wagenbaugruppe baut den zum Sujet passenden Wagen. Die von Peter Mahler kreierten Ideen, Pläne und Skizzen werden der Wagenbaugruppe vorgestellt und in der Folge konstruiert, gebaut, gemalt, ge-spritzt und mit Details versehen.

Gebastelt wird 1 x pro Woche, jeweils Dienstagabend im Zwischengang des alten Do-it-Gebäude in Ebikon. Der Startschuss fällt jeweils Mitte Oktober mit der Einrichtung des „Bastellokals“. Je nach Arbeitsstand erfolgen zusätzliche Einsätze zwischen Weihnachten und Neujahr, an Wochenenden (zum Malen und Spritzen) und natürlich ist immer eine Testfahrt dabei. Der jährliche Zeitaufwand für einen Wagen beträgt zwischen 600 und 800 Stunden.

Für das leibliche Wohl an den Bastelabenden ist Rolf Mattmann in einem beheizten Zelt im Wagenbaulokal zuständig. Unser Koch verwöhnt uns kulinarisch mit diversen Süssigkeiten, Bier, Wein oder Kaffi-Schnaps während und nach dem Basteln jeweils mit Menüs wie Raclette, Fondue, Steakes, Bratwürste mit Kartoffelsalat, Risotto, Spaghetti und vieles mehr; manchmal sogar mit Salat als Vorspeise und auch ein kleines Dessert fehlt nie! Oski Häfeli übernimmt die Stellvertretung von Rolf Mattmann und wenn alle Stricke reissen, steht Roger Vogel gerne für uns in der Küche im Restaurant Bahnhöfli.

Wenn immer möglich, nehmen einige Wagenbauer auch an den Umzügen in Ebikon und Luzern teil und unterstreichen so mit ihrem aktiven Mitmachen auf oder neben dem Wagen das Sujet. Die Rotsee-Husaren haben zusammen mit der Wagenbaugruppe schon einige Preisgelder am Luzerner Umzug abge-holt. Die ersten 10 Ränge werden jeweils mit einer Barauszahlung prämiert.

Nach 2 bis 3 Wochen nach der Fasnacht wird der Wagen von den Wagenbauern an 2 Tagen abgebaut und entsorgt. Traktor, Anhänger und das Rest-Material wird in der Gemeindescheune und im gemeindeeigenen Pulverhäuschen beim Reitstall bis zur nächsten Fasnacht eingelagert.

Die Stimmung innerhalb der Wagenbaugruppe ist sehr gut. Trotz Kälte beim Basteln besteht ein ausgezeichneter Zusammenhalt. Es macht wirklich Spass, neben dem Alltag, einmal im Jahr etwas Aussergewöhnliches miteinander zu schaffen und auch Kameradschaft zu pflegen.

Wagenbau
Wagenbau
Detail Download
Wagenbau
Wagenbau
Detail Download
Wagenbau
Wagenbau
Detail Download
Wagenbau
Wagenbau
Detail Download
 
 
Powered by Phoca Gallery

Rotsee-Husaren - Postfach 1205 - 6030 Ebikon Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!